Der Studierendenkongress der Komparatistik, kurz SKK, ist ein selbstorganisierter wissenschaftlicher Kongress von Studierenden für Studierende. Er soll einen Rahmen für deutsch- und englischsprachige Bachelor- und Master-Studierende sowie Promovierende bieten, die in der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft ihren Studiums-, Forschungs- oder Interessensschwerpunkt haben. Der Kongress soll neben der Gelegenheit zur Vernetzung und zum Austausch eine niedrigschwellige Möglichkeit darstellen, Forschung oder aktuelle wissenschaftliche Projekte zu teilen und Feedback zu bekommen.
Der erste SKK wurde 2010 von Studierenden des Wiener Instituts für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft ausgerichtet. Mit Literatur & Freiheit etablierten die Studierende der Uni Wien nicht nur eine Titeltradition, sondern auch ein erfolgreiches Format, das Jahr für Jahr von Universität zu Universität wandert. Hier findet ihr eine Liste der vergangenen SKKs mit den Themen der Konferenzen und den austragenden Universitäten:
- Literatur und Freiheit, Universität Wien (2010)
- Literatur und Mythos, Universität Bonn (2011)
- Literatur und Gewalt, LMU München (2012)
- Literatur und Wahnsinn, Universität Frankfurt am Main (2013)
- Literatur und Sexualität, Universität Bochum (2014)
- Literatur und Traum, TU Chemnitz (2015)
- Literatur und Arbeit, LMU München (2016)
- Literatur und Ritual, FU Berlin (2017)
- Literatur und Transfer, Universität Wien (2018)
- Literatur und das Böse, Universität Bochum (2019)
- Literatur und Europa, Universität Bern (2021)
- Literatur und Zukunft, Universität Wuppertal (2022)
- Literatur und Transnationalität, Universität Bremen (2023)
- Literatur und Exzess, FU Berlin (2024)
- Literatur und Grenzen, Universität Bonn (2025)
Call for Papers 16. SKK 2026
Der Studierendenkongress „Literatur und Digitalität“ findet vom 14.05. – 16.05.2026 an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale) statt.
Schon längst hat die Digitalität Produktion, Rezeption sowie die Form literarischer Texte verändert. Diese digitale Durchdringung des Literarischen beeinflusst dabei nicht nur individuelle Lektürepraktiken, sondern auch unser wissenschaftliches Forschungsinteresse: Wie beeinflusst KI die Debatte um Autor*innenschaft? Welche Rolle spielen digitale Buchplattformen bei Kanonisierungsprozessen? Wie verändert distant reading unser Verständnis von Literatur(wissenschaft)? Wie beeinflussen digitale Strukturen das Bias in Bezug auf race, class und gender? Wie wird Digitalität als Motiv in der Literatur verhandelt?
Literarische Phänomene im digitalen Raum
digitale Phänomene im literarischen Raum
Als allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft beschäftigt sich die Komparatistik mit Grundfragen der Literatur aus interdisziplinärer Perspektive und ist daher in besonderem Maße dazu geeignet, das Verhältnis differenziert zu untersuchen.
Gleichzeitig ist Digitalität ein Phänomen, das nicht nur die Komparatistik betrifft, sondern auch zahlreichen anderen Disziplinen inhärent ist, diese herausfordert und bereichert. Während die Disziplinen der Film- und Medienwissenschaft, der Digital Humanities oder der Game-Studies bereits ihrem Ursprung nach in digitalen Kontexten verankert sind, stehen Disziplinen wie die Komparatistik, die Philologien oder die Mediävistik vor der Aufgabe, ihre Gegenstände und Zugänge im Kontext der Entwicklungen zu reflektieren.
Der 16. Studierendenkongress soll daher – dem hybriden Gegenstand entsprechend – als interdisziplinäre Plattform gestaltet werden, die es Studierenden aus unterschiedlichen Fachrichtungen ermöglicht, gemeinsam miteinander ins Gespräch zu kommen.
Wir freuen uns über Beiträge, die über die Herausforderungen und Chancen des (produktiven) Verhältnisses von Literatur und Digitalität nachdenken. Willkommen sind Perspektiven, die dieses Verhältnis methodisch (etwa im Einsatz digitaler Forschungsansätze in den Computational Literary Studies), inhaltlich (in der Auseinandersetzung mit digitalen Themen und Motiven) oder medial (in neuen Formen und Praktiken literarischer Produktion und Rezeption) reflektiert beleuchten. Auch Beiträge, die sich mit institutionellen Veränderungen des Literaturbetriebs oder des Textbegriffes im digitalen Zeitalter beschäftigen, sind ausdrücklich erwünscht.
In diesem Sinne freuen wir uns neben klassischen literaturwissenschaftlichen und -theoretischen Vorträgen auch über Poster-Präsentationen oder freiere Formate, wie digitale Projektvorstellungen – gerne auch in einem frühen Stadium, in dem Fragen noch offen und Rückmeldungen willkommen sind. Der Studierendenkongress darf auch dafür genutzt werden, sich auszuprobieren und soll Möglichkeiten des Austausches schaffen.
Wie es für den Studierendenkongress üblich ist, steht eine nachgehende Publikation in Planung. Diese würden wir gerne sowohl als digitale Open-Access-Publikation als auch in Form eines gedruckten Buches anbieten. Die Publikation soll eine möglichst diverse Perspektive auf das Thema „Literatur und Digitalität“ abbilden und besteht aus einer Auswahl der eingereichten Vorträge. Die Entscheidung findet nach dem Studierendenkongress statt.
Ihr könnt euch für eine der beiden Varianten bewerben:
- 20 minütiger Vortrag
- Poster-Präsentation (inkl. dreiminütigem Input)
Wenn du dich bewerben möchtest, schicke uns deine Bewerbung bis zum 18.01.2026 an skk2026@germanistik.uni-halle.de. Lass uns wissen, mit welchem Format du dich bei uns bewerben möchtest. Die Bewerbung sollte Folgendes umfassen:
- Ein kurzes Abstract mit Literaturübersicht zu deinem Vortrag/deinem Poster (Abstract: 300 Wörter)
- Eine Kurzvorstellung zu dir (150 Wörter) – Studienstandort & -fach, fachliche Interessen, thematische Schwerpunkte, Abschlussarbeiten etc.
Gerne könnt ihr euch auch zusammen bewerben, falls ihr ein gemeinsames Projekt vorstellen wollt.
Wir werden euch voraussichtlich bis Mitte Februar bezüglich der Bewerbung informieren.
Publikationen
Aus den thematisch verschiedenen Kongressen haben sich Studierende, neben der Organisation und Durchführung einer Konferenz, auch für eine Publikation der Vorträge und Ergebnisse stark gemacht. Im Anschluss findet ihr eine Auswahlbibliographie der Tagungsbände:
- Ebel, Ursula/Lembcke, Sophie (Hg.): Spannungsfelder: Literatur und Freiheit. 1. Wiener Studierendenkongress der Komparatistik. Tectum-Verlag, Marburg 2010. 978-3-828-82263-4.
- Haller, Andreas J./Huppertz, Bettina/Lenz, Sonja/Renner, Oliver/Scheuss, Christina/Böttner, Jule (Hg.): Spannungsfelder: Literatur und Mythos. Beiträge zum 2. Studierendenkongress der Komparatistik, 6. bis 8. Mai 2011, Universität Bonn. Lang, Frankfurt am Main/Berlin/Bern/Wien 2012. 978-3-631-62225-4.
- Erthel, Thomas/Leroy, Elisa/Freund, Nicolas/Färber, Christina (Hg.): Spannungsfelder: Literatur und Gewalt. Tagungsband des 3. Studierendenkongresses der Komparatistik, 27. bis 29. April 2012 in München. Lang, Frankfurt am Main/Bern/Wien 2013. 978-3-631-64121-7.
- Bogen, Helene/Mayer, Theresa/Schwabedissen, Shirin Meyer/Schierke, Daniel/Schnorr, Simon (Hg.): Literatur und Wahnsinn. Studierendenkongress der Komparatistik. Frank & Timme, Berlin 2015. 978-3-732-90038-1.
- Canpalat, Esra/Bering, Jan Henric (Hg.): Literatur und Sexualität. Beiträge zum Studierendenkongress Komparatistik 2014. Christian A. Bachmann Verlag, Berlin 2015. 978-3-941-03043-5.
- Atzendorf, Christian/Dupke, Benjamin/Menzer, Carolin/Storz, Coretta (Hg.): Literatur und Traum. Beiträge zum Studierendenkongress Komparatistik 2015. LIT, Berlin/Münster 2017. 978-3-643-13729-6.
- Stevanović, Vid/Purschke, Elisa/Fixemer, Maria/Schäfer, Christiane (Hg.): Literatur und Arbeit. Frank & Timme, Berlin 2018. 978-3-732-90381-8.
- Dimitriadis, Pavlos (Hg.): Literatur & Ritual. Beiträge zum Studierendenkongress Komparatistik Berlin 2017. Christian A. Bachmann Verlag, Berlin 2019. 978-3-962-34015-5.
- Unterpertinger, Erika/Pacal, Julia/Fiala, Ariane (Hg.): Literatur + Transfer. Tagungsband des 9. Studierendenkongresses der Komparatistik, 21.-23. Juni 2018. Danzig & Unfried, Wien 2020. ISBN unbekannt.
- Allirand, Lise/Braucks, Alina/Engelmann-Kewitz, Svenja/Sakalak, Rika/Schweda, Charleena/Stöck, Thomas (Hg.): Literatur und das Böse. Beiträge zum Studierendenkongress Komparatistik 2019. Christian A. Bachmann Verlag, Berlin 2021. 978-3-962-34666-9.
- 2020 hat der SKK nicht stattgefunden, die Berner Edition von 2021 hat keinen Tagungsband veröffentlicht.
- Ehlis, Lara/Kiaups, Kerstin/Maffeis, Marco/Sulzbacher, Ben (Hg.): Literatur und Zukunft. Beiträge zum Studierendenkongress Komparatistik 2022. Christian A. Bachmann Verlag, Berlin 2024. 978-3-962-34080-3.
- Dörfel, Tabea M./Löber, Benjamin/Miesner, Nele/Ravenschlag, Annika/Riveros, Manuel Alejo/Schmidt, Daniel (Hg.): Transnationale Textwelten. Reflexionen über Grenzen. Königshausen & Neumann, Würzburg 2025. 978-3-8260-8499-7.
- (Literatur und Exzess. Studierendenkongress der Komparatistik 2024 in Berlin): in Vorbereitung.